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Wann ist der richtige Zeitpunkt ein Unternehmen zu verkaufen?

Aktualisiert: 12. Okt. 2021

Gleich ob ein Großunternehmen einen Unternehmensteil abstoßen möchte oder ein mittelständisches Unternehmen aufgrund einer Nachfolgeregelung einen M&A-Prozess anstößt, in beiden Fällen müssen zentrale Punkte erörtert werden. Einer dieser Punkte ist wann der richtige Zeitpunkt für einen Verkauf gekommen ist.


Gerade in den Vereinigten Staaten haben Mergers & Acquisitions eine lange Tradition. So fanden M&A-Aktivitäten bereits zu Zeiten der industriellen Revolution statt. Aus einem makroökonomischen Blickwinkel befindet sich der US-amerikanische M&A-Markt seitdem in einem periodischen Auf- und Abschwung. Dieses Phänomen ist auch unter dem Begriff „M&A-Wellen“ (Merger Waves) gekannt. Diese Phasen haben Auswirkungen auf das gesamte globale M&A Geschehen. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war eine erste M&A Welle zu beobachten, welche sich in horizontalen Unternehmensfusionen äußerte. Diese Welle hatte ihre Ursache in der generellen Industrialisierung. Dieser Trend fand sein vorläufiges Ende in dem US-Börsencrash von 1904. In den Jahren 1916 bis 1929 kann eine zweite Welle konstatiert werden. Diese Zeit war überwiegend von vertikalen Unternehmensfusionen geprägt. Die M&A-Aktivitäten fanden ihren Stillstand in dem massiven Börsencrash von 1929 (Black Friday), welcher in der Folge zu einer beispiellosen Wirtschaftskrise führte. In den Jahren 1965 bis 1969 zeichnete sich eine dritte Welle von M&A-Aktivitäten ab. Laterale Unternehmensfusionen, überwiegend zu Zwecke einer Risikostreuung, stellten den Schwerpunkt dieser Welle dar. Diese Welle klang erst durch einen Börsencrash im Jahre 1970 und die darauf folgende Ölkrise ab. Die vierte Merger Wave kann auf die Jahre 1984 bis 1990 datiert werden. Als Ursachen dafür können stattliche Deregulierungen als auch eine Rückbesinnung der Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen angeführt werden. Eine weitere Welle hatte ihren Anfang im Jahre 1993. Charakteristisch an dieser Transaktionswelle waren Mega-Fusionen aus dem Telekommunikation-, Finanz- und Pharmazie Sektor. Sie fand ihr jähes Ende in dem Platzen der Internet-/Hightech Börsenblase im Jahr 2000/2001. Die sechste Bewegung am M&A-Markt begann im Jahre 2002, begünstigt durch ein vergleichsweise niedriges Zinsniveau, welches institutionellen Investoren die Finanzierung eines Unternehmenserwerbs deutlich erleichterte. Die M&A-Transaktionen kamen wiederum im Jahre 2008 durch die weltweite Finanzkrise zu Stillstand. Durch das nach wie vor relativ niedrige Zinsniveau und die immer weiter fortschreitende Internationalisierung ist ab dem Jahre 2011 eine neue M&A-Welle zu beobachten, welche sich bisher gehalten hat. Institutionelle Investoren sind weiter daran interessiert, internationale Mega-Deals durchzuführen. Inwieweit die weltweite Corona Pandemie Einfluss auf den internationalen M&A-Markt hat, bleibt abzuwarten.


Die beschriebenen M&A-Wellen haben zwar stets unterschiedliche Ursachen, dennoch können alle mit externen Schocks in Verbindung gebracht werden. Diese Schocks führten zu einem erheblichen Anpassungsdruck in den betroffenen Unternehmen. So sind Hochphasen des M&A-Marktes häufig auf Veränderungen im regulatorischen Umfeld der Unternehmen oder auf technische Innovationen zurückzuführen. Hingegen führen wirtschaftliche Krisen und Rezession oft zu einem vorübergehenden Nachgeben des M&A-Marktes. Wenn sich der M&A-Markt in einer Tiefphase befinden sollte, heißt das allerdings nicht, dass sich für ein Unternehmen kein Käufer finden wird. Bei einer entsprechenden Vorbereitung und professioneller Durchführung wird sich in der Regel auch in einer Tiefphase ein Interessent finden lassen, welcher einen eher langfristigen Zeithorizont hat.


Unabhängig von M&A-Wellen spielen selbstverständlich noch weitere Einflussfaktoren eine wichtige Rolle. Da mittelständische Unternehmen häufig familiengeführt sind, kommt der individuellen persönlichen Situation des Inhabers eine besondere Bedeutung zu. Hier sind vor allem das Alter und die gesundheitliche Situation des Unternehmers zu nennen. Viele Unternehmer sind bereits in einem fortgeschrittenen Alter und haben sich noch nicht mit einer Nachfolgeregelung auseinandergesetzt. Des Weiteren spielt die Zukunftsplanung des Unternehmers oft eine wichtige Rolle. So stellt der Unternehmensverkauf für viele Mittestländler eine Finanzierung der Altersvorsorge da. Es sind noch etliche weitere Faktoren denkbar, die den Verkaufszeitpunkt beeinflussen. Es kann festgehalten werden, dass aufgrund der voranschreitenden Internationalisierung und dem niedrigen Zinsniveau M&A Aktivitäten tendenziell zunehmen werden.


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